Euskirchen ist nicht London…

oder doch?

Vor zwei. drei Wochen war eine beeindruckende Seite Drei Reportage in der Süddeutschen. In London verfällt die Infrastruktur – exemplarisch der Zustand des Parlamentsgebäudes, weil nationales Symbol. Aber auch die Tube, die Kanalisation, die öffentlich geförderten Wohnungen (erinnert sei an die schreckliche Brandkatastrophe) und und und.

Zeitgleich werden Milliarden in den Luxus-Wohnungsbau gepumpt, von Investoren aus den Golfstaaten und aus Russland. Geld soll eben nur noch mehr Geld verdienen.

Hat das was mit Euskirchen zu tun? Die Weltmetropole an der Themse und das Kreisstädtchen am Veybach? In Euskirchen verfällt die Infrastruktur. Das Rathaus ist baufällig, das City-Forum wird auch mit der vier Millionen Spritze nicht funktionieren. Unsere Schulen sind bessere Ruinen, die Straßen – Schlagloch an Schlagloch.

Preiswerter Wohnraum fehlt, Hr. Becker vom CV beklagte, dass die Wohnungslosen-Hilfe bedürftigen Menschen nicht helfen kann, weil es einfach keine Wohnungen gibt.

Andererseits entwickeln wir schöne Wohngebiete – wer 300 Riesen hat, der darf gerne in Weiße Erde bauen – und der Investor reibt sich die Hände.

Nein, Euskirchen ist nicht London. Wir von der SPD haben mit klugen Anträgen zum Haushalt versucht, dass soziale Ungleichgewicht ein wenig auszugleichen – und wie immer haben wir uns das Näschen blutig gestoßen.

In den öffentlich geförderten Wohnungsbau investiert bei der aktuellen Marktlage kein halbwegs rationaler Mensch. Wenn ich im Beton-Gold locker noch vier, fünf Prozent Rendite rausholen kann werde ich mich nicht mit 1,5 Prozent und das noch unter der Knute einer (scheinbaren) Überregulierung begnügen.

Wir von der SPD haben den Antrag gestellt, bei künftigen Erschließungsverträgen 20 Prozent der Fläche für geförderten Wohnungsbau vorzuschreiben – mit Mischkalkulation macht der Investor dann eben nur noch 3,5 Prozent.

Die Reaktion der “christlichen” Partei macht mich wütend. Kapitalisten sollen sich die Taschen vollmachen, alles andere wäre Planwirtschaft vulgo Sozialismus. Das war 80er Jahre Rhetorik pur. Die FDP hat wenigstens anerkannt, dass es einen Bedarf gibt – aber achselzuckend hingenommen, dass sich das eh nicht ändern lässt.

Und Ihr wundert Euch über die AfD Erfolge?

Auch für diesen Beitrag gilt: das ist meine ganz persönliche Meinung.

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