Karfreitag

Karfreitag. Nein, keine Sorge, ich werde jetzt nicht in Pseudo-religiöse Analogien verfallen. Seit gestern bin ich wieder in Marienborn und mit dem Hinweis, auf das bevorstehende lange Osterwochenende will ich nur ausdrücken, dass jetzt noch drei ein halb Tage vor mir liegen, in denen nix passiert und ich genüsslich im eigenen Saft vor mich hin schmoren kann, bis dann am Dienstag meine kleine Welt endgültig zusammenbrechen wird.

Es stimmt, jeder Entzug wird heftiger – und dieser ist besonders heftig, zumal ich mir ja noch ein paar andere Blessuren zugezogen habe. Aber überall die körperlichen Beschwerden fällt mir jetzt nach und nach immer mehr von dem Chaos ein, dass ich in den vergangenen zwei Wochen angerichtet habe.

Ein Blick aus dem Fenster zeigt: es ist Frühling geworden. Das Eis schmilzt, meine Kuhherde, auf die jeder argentinischer Rinderbaron stolz wäre, drängt sich immer dichter auf dem dünner werdenden Eis. Das wird schnell brechen (wie gesagt, ich rechne mit Dienstag) und die Kühe werden ersaufen – nix mehr mit vom Eis holen.

Ich habe keine Antworten mehr – nicht für die kurzfristigen Fragen (wie überlebe ich diesen Scheiß-Entzug hier), nicht für die mittelfristigen (wo und wie will ich leben, werde ich noch einmal arbeiten können, Geld verdienen, wieder abstinent leben können, wie ich es ja schon jahrelang geschafft habe) und erst recht nicht für die langfristigen (Welchen Sinn macht ein Leben, in dem ein Mann seine Talente nur dazu nutzt, Kleinholz zu machen?)

Jede Faser in meinem Körper schreit Flucht – und zwar die ganz weite Flucht, weg von all dem was mir so viel bedeutet und dass ich doch nur mit Füßen getreten habe. Ein Loch im Boden, verschwinden, nie da gewesen sein, keine Spuren hinterlassen….

Glücklicherweise erlaubt es mein körperlicher Zustand nicht – ich würde es noch nicht einmal zur Bushaltestelle am Münstertor schaffen. Als das tun, was Sr. Marietta gestern sagte: „Sie müssen jetzt auch mal was aushalten.“

Soviel der Vorrede. In den nächsten Tagen werde ich zu mindestens die Kuhkadaver zählen und veröffentlichen Dann entscheidet selbst, ob ich kokettiere, im Selbstmitleid versinke, einfach nur krank bin, ein schlechter Mensch oder was auch immer bin.

Ihr hört von mir – das ist eine Drohung.

PS zu den Kol­la­te­ral­schä­den der letzten Wochen gehört auch, dass ich mein Handy verschludert habe, aber ich sollte über das Patiententelefon von Monika erreichbar sein (02252 / 53376) und weil hier bis Montag nix passiert und ich mit Sicherheit die Station nicht verlassen darf sollte auch spontaner Besuch möglich sein.

 

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Dummenglück

So, habe mich soweit aus dem Entzug gesofffen, um wieder schrieben zu können.  Gerade auf Monika angerufen, in der Hoffnung mit Mariettta plaudern zu können. Aber wer hat Dienst? Sr. Lydia. Die Einzige, mit der ich auf Monika ernsthaft Streit bekommen habe.

Scheiß-Schnaps. Kriege kein gerades Wort mehr raus

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Einen zum Warmwerden

Als Stadtverordneter steht mir eine Aufwandsentschädigung von 300 € zu. 200€ Freibetrag, der Rest wird vom ALG 2 abgezogen. Soweit so gut, war ir bekannt, habe ich mich drauf eingelassen.

Dann aber der Gag. 2016 beschließt der Landtag NRW (Danke, Hr. Voussem, MdL),  mit der ausdrücklichen Intention, das kommunalpolitische Ehrenamt zu stärken, Ausschussvorsitzenden eine zweite Aufwandsentschädigung zu gewähren.

Die Rechnung sieht bei mir so aus:

400 E für den Vorsitz Ausschuss Generationen und Soziales.

abzüglich 30 Prozent Mandatsträgerabgeben bleiben 280

Da die Abgaben nicht einklagbar sind, werden sie vom Jobcenter nicht anerkannt als Aufwand. Mir werden also 370 € abgezogen..

Für die Ehre, dem AGS vorzusitzen zahle ich also 90€ drauf.

Ich reisse mir jetzt seit zehn Jahren für diese Partei den Arsch auf. Helga, Du hast immer noch meinen tiefsten Respekt. Du glaubst nicht, wie sehr ich mich dafür hasse, Deinen Wunsch, die AWO Euskirchen zu retten, nicht erfüllen zu können. Ute, wir sind Bomber und Paganin. Für Euch zwei Frauen halte ich nach wie vor mein Bein in siedendes Öl.

Thomas, Leo, Peter, Martina – ihr seid Freunde ungeachtet jeder Partei.

Aber der Rest?

Lieber Markus, wir als Eeefler Buir spielen siffen Schrömmm. Dabei geht es auch schon mal was rauer zu. Selbst dabei habe ich mich mehr als einmal im Ton vergriffen. Dafür, aber auch nur genau dafür bitte ich in aller Form um Verzeihung.

Ich bin kein Politiker..Aber ich kämpfe weiter.

 

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Faulen Fisch verkaufen

Prolog

In diesem Blog habe ich mir in den letzten Wochen Luft verschafft. Und jeder, der diesen Blog gelesen hat, wird zu einem Ergebnis kommen: OK, der Typ ist verrückt. Aber der Typ kann schreiben. Also mache ich allen Personalverantwortlichen  Redakteuren in Deutschland ein unmoralische Angebot. Ich bin die billigste Nutte, die Ihr auf dem Journalistenstrich finden könnt, (Die DJU (meine Gewerkschaft und die DJV werden mich für dieses Angebot steinigen.). Für 25.000 p.A. bin ich käuflich. Ich kann “große ” Gesundheitspolitik ( Exclusivinterviews u.a. mit Jens Spahn, dass dann sogar die Ärztezeitung zitierte, Prof. Hoppe, Dr. Müller (ehemaliger KBV-Vorsitzender pp). Ich kann Lokaljournalimus von der Pike auf, vom sprichwörtlichen Kaninchenzuchtverein, dessen Ausstellung im Sommerloch, als gar nix los war, zum viel beachteten Aufmacher auf der Lokalzeitung wurde. Natürlich kann ich aus eigenem erleben Lokalpolitik, aber auch Musik (Jazz), Geschichte und Malerei.

Ich kann web, erstellen von Seiten in wordpress, joomla, typo 3. Faceook, twitter, instagramm auch schön gehört. PHP, Java, html c++. python keine Fremdwörter

Traumstädte wären München oder Dresden (dann kommen wir mit 25.000  natürlich nicht hin).

Ihr kauft einen SL 300 zum Preis eines Kadett B – ok das Getriebe muss repariert werden, aber da arbeite ich dran.

Den jeder, der meine Blog ließt, wird meine Kernkompetenz erkennwn: Schreiben!

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Postscriptum

that’s all Folks.

Wenn ich mies drauf bin, höre ich BAP. Wenn ich ganz mies drauf bin, höre ich den Nobelpreisträger (sprich Robert Zimmermann vulgo Bob Dylan) Wenn dann nix mehr hilft, Wolf Maahn mit seinen Knittelversen. Und dann, dann ja liebe Ute deser Beitrqg ist nur  für Dich gehts ab nach Düsseldorf.

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So sehen Sieger aus

“Aber lasst die Fakten einer guten Geschichte nicht im Wege stehen” George Clooney, zitiert nach Sonntags-Express vom 11. April 2010, hängt also jetzt auch schon neun Jahre an meinem Kühlschrank. Also, was wollt Ihr? Eine gute oder eine glaubwürdige Geschichte? Wobei dummerweise die glaubwürdige Geschichte, wie ich sie Samstag-Nacht erzählt, nun gut wenn schon nicht glatte Lüge so doch ein gewisser Euphemismus ist. Die gute Geschichte wiederum ist so unglaubwürdig, dass ich sie mir selbst nicht glauben würde, würde da nicht mein Spiegel sein.

Fotos mit meinem abgefuckten alten Asus sind jetzt nicht die beste Qualität, aber ich denke, die Platzwunde an der Nasenwurzel und die Prellungen am Schädel sind erkennbar.

Aber wie in der Überschrift gesagt: so sehen Sieger aus. Den Verlierer stellt ihr Euch besser nicht vor. Ja, Gabi, auch wenn es für Dich unvorstellbar war, ich kann auch anders. Es gibt Sachen, die ich nicht sehen kann. Als ich also in der Nacht von Freitag auf Samstag im Ruhrpark saß, um gewisse logistische Probleme, die ich als Kanadier nicht mehr hätte (falls ihr versteht, was ich meine) wurde ich Zeuge, wie ein junges Paar (er bestimmt 30 Jahre jünger als ich) auf dem Heimweg in Streit geriet. Er wurde nicht nur verbal, sondern auch körperlich übergriffig, da musste Don Quichote dazwischen gehen. War seit über 30 Jahren das erste Mal, dass ich einen nonverbalen Konflikt ausdiskutiert habe (wie erwähnt, ich liebe Euphemismen). Die Pointe ist aus Hollywood hinlänglich bekannt. Nachdem ich den Burschen ausreichend zusammengewichst habe (hätte nie gedacht, dass ich immer noch so in Form bin, und das zu diesem Zeitpunkt mit geschätzt 2,5 – 3 auf’s Tausend) war sie natürlich der Engel ihres gefallenen Helden. Wir waren dann immerhin so vernünftig, auf gegenseitige Anzeigen zu verzichten. Ich hätte mich natürlich auf §34 StGB (Nothilfe) berufen, aber dann wäre der ganze Rattenschwanz wieder losgegangen – war meine Reaktion noch angemessen? Und wenn nicht, wäre ich auf Grund meiner Intoxikation überhaupt noch in der Lage gewesen, rational zu entscheiden, welches Mittel ich wähle (§21, ggf. § 20. StGB)? Brauch ich in meiner derzeitigen Situation nicht. Und das Pärchen hatte offensichtlich auch kein Interesse daran, seine Beziehungsprobleme in einer öffentlichen Gerichtsverhandlung auszudiskutieren.

So, dass war die Lücke in meinem letzten Blog. Der Rest ist erzählt. das Blöde ist, dass ich selbst auch ganz schön was abbekommen habe. Multiple Schädelprellung (das war das erwähnte MRT, dass zwar aktuelle Brüche ausschließen konnte, für die weiter Diagnostik aber unzureichend war), Platzwunde an der Nasenwurzel, Brustkorbprellung, entsprechend Schmerzen beim Atmen..  Das ich mir dann noch den Rest gegeben habe und bei meinem Sturz vor dem Lidl (das ist ein Reflex, man rollt unwillkürlich über die Schulter ab) und mir auch noch die Schulter geprellt habe, war eher kontraproduktiv. Lange Rede kurzer Sinn: habe seit Samstag nicht mehr geschlafen (außer zwei, drei Stündchen in meinem Fernsehsessel), weil ich vor Schmerzen nicht liegen kann.

Wenn immer noch einer glaubt, Saufen würde Spaß machen – nee, mit Sicherheit nicht. Gestern habe ich über den ganzen Tag acht Halbe (vier Liter Bier – für den Normalsterblichen wahrscheinlich eine unvorstellbare Menge, für mich nur Quälerei, um nicht entzügig zu werden. (Richard haut die vier Liter in Wodka weg).

 

OK Jungs und Mädels, es gibt noch viel zu erzählen, wie ich merke. Ihr hört von mir – das ist eine Drohung.

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Tage wie diese

Wer solche Tage überlebt, soll noch nicht abtreten, vielleicht hat Peter ja mit dieser Aussage Recht.

Heute habe ich dem Fass die Krone ins Gesicht geschlagen (oder so ähnlich). Als ich gestern Morgen  im Ruhrpark saß und mein Bierchen zwitscherte (Dieser Euphemismus ist blanker Zynismus) kam der Leiter des Ordnungsamtes persönlich vorbei.Ich habe das Alkoholverbot selbst mitbeschlossen – hier gebe ich Hrn. Dr. Friedl Recht. Demokratie lebt von Mehrheitsbeschlüssen – und wenn der Rat beschließt, bin ich als Stadtverordneter an dieses Votum gebunden. Also konnte ich Hrn. Müller schlecht sagen “ich warte hier auf meinen Dealer, der mir was zu rauchen vorbei bringt”. Also die Schmier, Sanka, Ambulanz Marien-Hospital.

Da liegste mit 3,7 auf der Pritsche, die kardiologische Diagnose voll bestätigt, die onkologische indirekt bestätigt (weitere Behandlungsempfehlung: kontrastmittel gestütztes cMRT, genau das was Uwe Anfang März angeordnet hatte. Ich bin bei einem der besten Dermato-Onkologen Deutschlands in Behandlung, da kommt die Ambulanz der Grundversorgung nicht mit, sorry) aber weil Du nichts gebrochen hast, biste kein Notfall. Gegen Mittag entlassen wurden und erstmal um Eck ins Inden, um mich aus dem Entzug zu saufen.

Zwei ganz spannende Begegnung. Eine Beerdigungsgesellschaft, eine bessere Gesellschaft. Autos ab A4 aufwärts. Der junge Mann, der seinen Vater beerdigt hat (ich habe ihn nach seinem Namen gefragt, verschweige diesen aber aus Gründen der Diskretion). Um Haltung bemüht, obwohl ihm zum kreesche ist. Alles noch mit Anstand regeln. Dann die Pointe: als die Gesellschaft sich auflöste und alle in ihre Nobel-Karossen stiegen zog er den Helm an und fuhr auf dem Motorroller weg.

Und dann die schönste Frau, die ich je gesehen habe. Ganz entspannt über Luxemburg, Echternach, die Echternacher Schweiz geplaudert.

Danach in die KV-Notpraxis. Alles auf Privat, weil ich meine AOK-Karte verschludert habe. Immerhin gelingt es mir, so überzeugend aufzutreten, dass ich der Ärztin genau zwei Bromazepam (eine für Samstag), eine für Sonntag) auf Privatrezept aus den Rippen geschnitten kriege. Ich also zur Apotheke am Hitmarkt in der Roitzheimer, die einzige die Samstag-Nachmittag auf hat. Das Diclofenac verkauft er mir anstandslos, das Lexotanil hat er angeblich nicht da. Er würde mir das aber gerne für Montag bestellen. Wenn ich bis Montag überlebe, brauche ich es nicht mehr. OK Bromazepam ist kurz vor BTM, aber immer noch ein gängiges Beruhigungsmittel – das hat jede Apotheke. Der wollte nur nicht die Packung anbrechen.

Ich also frustriert auf den Heimweg. Im Lidl was zu trinken geholt. Wollte mich auf die Bank vor dem Cube setzen, bin über den Bordstein gestolpert gefallen und einfach nicht mehr hoch gekommen. Auf meiner persönlichen Schmerzskala bleibt die Nierenkolik von 2000. auf zehn. Aber die Rippenprellung gestern war auch schon 8,5.Also wieder Sanka, Notaufnahme.  Erstmal Schmerzmitteltropf. Als ich leidlich beschwerdefrei war (waren grausame zwei Stunden) erstmal, noch mit dem Zugang auf der Hand, zu Inden ein Bier trinken. Irgendwie triggere ich die Wirtin an, sie erzählt, ihr Vater wäre Alkoholiker gewesen und an der Sucht krepiert. Mehr will sie nicht erzählen. Gruselig.

Zurück in der Ambulanz meint der Krankenbruder “ich zieh jetzt noch die Nadel, dann können sie gehen”. Auf dem Heimweg Peter und Martina überfallen, die das Pech haben auf halben Weg zu leben. Eines der besten Gespräche die ich je geführt habe. Peter ist ein Freund, einer der echten Kameraden, die man im Graben neben sich haben will, um sich sicher zu fühlen. Aber den Stock kriegt man aus diesem preussischen Beamtenhintern nicht mehr raus. Martina und ich sind congenial. Hat gut getan, einfach nur verstanden zu werden. Danke.

Genug für heute. Habe meine Handy verschludert, wer mich erreichen will als bitte über Festnetz Facebook oder email.

Ihr hört von mir. Das ist diesmal keine Drohung, sondern ein Versprechen.

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Einer zur Entspannung

Komme gerade vom Einkaufen zurück. Jetzt ist ja alles auf Ostern dekoriert. Was mich nur wundert ist, dass sich trotz meiner beharrlichen Aufklärungsarbeit (die Geschichte habe ich Ende der 80er/Anfang der 90er zuerst meinem damals vier oder fünfjährigen Neffen verkauft, jetzt ist der Bursche beim Promovieren) hartnäckig die Hasen-Lüge hält.

Als der liebe Gott den Tieren ihre Aufgaben gab (die Giraffen ziehen den Wagen des Nikolaus, die Klapperschlange bringt die Babys, der Fuchs arbeitet als Winzer im Weinberg des Herrn usw) hat er den Elefanten glatt übersehen. weil er so klein und unscheinbar war. Der Elefant war todtraurig, und Gott erbarmte sich seiner: “Du wirst das größte und stärkste Tier werden, damit Du nie mehr übersehen wirst. Und wir führen einen neuen Brauch ein: Du wirst jedes Jahr den Kindern zu Ostern bunt bemalte Eier bringen!”

Die Elos legten sich mächtig ins Zeug. Bemalten monatelang Eier, gossen Schokolade aus und in jeder Nacht von Karsamstag (da muss ich als rabulistischer Klugscheißer drauf bestehen: der Tag vor Ostern ist der Karsamstag, Ostern beginnt mit dem Gloria in der Osternachtsfeier. Und mir läuft heute noch ein Schauer den Rücken runter, wenn zuerst nur der Priester “Gloria in excelsis Deo” anstimmt, dann die Kerze angezündet wird, die Lichter angehen, die Glocken läuten und die Orgel einsetzt. Bei uns in Jünkerath war das Gloria in der Osternacht unter Pastor Latzke immer “Du hast den Tod bezwungen, du Held auf Golgotha! Dich preist mit allen Zungen die Welt: Halleluja.” Irre woran man sich alles erinnern kann. Mit dieser Osternacht verbinde ich auch einen meiner ersten Kontrollverluste (mit 16 sic). Bin mit Kurt, der mit mir die Messe gedient hatte, in der Kupferkanne noch “ein” Bier trinken gegangen. Es wurde früher Morgen und ich habe mächtig Ärger zuhause bekommen. PS von Show verstehen die Rechtgläubigen was)

Aber zurück zu den Osterfanten. Über Jahrhunderte erledigten die Elos ihre Aufgabe seriös, diskret und zuverlässig. Eines Ostern aber – damals gab es noch richtige Frühlinge, an denen richtig Schnee lag -kamen die Osterfanten völlig abgekämpft zum Wasserloch, an dem die Giraffen völlig entspannt in ihren Liegestühlen lümmelte und Caipirinha schlürften (das Problem ist dabei, die extra langen Strohhalme aufzutreiben). Gi Raff Guevara  sagte zu Emil, dem Chef der Osterfanten: “Was seit ihr für Trottel. Wir ziehen einmal im Jahr den Wagen des Nikolauses, den Rest des Jahres chillen wir hier am Pool ab. Ihr macht euch monatelang Stress, die Eier zu färben und dann kommt ihr kaum durch den Schnee, um  sie zu verteilen. Dabei verdient ihr keinen Pfennig mehr als wir – schön blöd.”

Das gab Emil zu denken. Und weil Elefanten bekanntlich nichts vergessen, aber es ziemlich langsam denken wurde es Frühling, bis sie zu einer Entscheidung kamen – aber die konnte nur lauten: Streik! Lohnerhöhung, fünf-Tage 40 Stunden Woche, Einführung von Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Unfallversicherung usw – das, wofür die deutsche Sozialdemokratie jahrzehntelang gekämpft hat, wollten die Elos von heute auf morgen. Kein Wunder, dass der Tarifpartner zögerte. Und die Hasen boten sich als Streikbrecher an – also cool bleiben und die Elos streiken lassen.

Jetzt stellten sich die Hasen aber dermaßen blöd an, dass sie überall gesehen wurden mit ihren Kiepen – das Geheimnis und der Zauber der Osternacht waren in Gefahr. Also gab Gott nach (alle Räder stehen still pp), erfüllte die Forderungen der Elos, und alles war wieder in Butter. Weil aber die Hasen an diesem einen Ostern so plump aufgetreten waren und überall gesehen wurden, war die Menschheit, die zur Reflexion immer noch nicht fähig ist (Warum wurden die Hasen an diesem einen Ostermorgen und nie vorher und nie mehr danach gesehen?) glaubt sie seitdem an den Osterhasen.

Darum der Appell:

Liebe Kinder, groß und klein,

fallt nicht auf den Hasen rein,

zu Ostern da kommt nur ein Tier,

der Elofant, glaub es mir!

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Zu Hause

Mal gucken, ob es mir auch an so einem Tag noch gelingt, meinen Gedanken Strukturen zu geben.

kurz vor zwölf war ich in meiner Wohnung, die ich dann erstmal zusammen mit Volker von “versifft” auf “bewohnt” gebracht habe. Eine erste Maschine Wäsche.  Gerade als Volker gehen wollte, klingelte Klaus an der Tür, mit dem ich auch noch ein kurzes Gespräch hatte. Danach habe ich die ersten Kühe geschlachtet, sprich die offenen Rechnungen beglichen; jetzt muss ich zwar den Rest des Monats genau rechnen, aber wenigstens ist der erste Druck aus dem Kessel. Kurz nach vier kam Rüdiger, wir waren bis um sechs Kaffee trinken. Auf dem Rückweg bin ich in meinem Kiosk Tabak kaufen gewesen und ich habe das gemacht, wovon AA-Freunde oft berichtet haben, was ich aber bislang immer für ein wenig lächerlich empfunden habe – ich habe darum gebeten, dass sie mir keinen Alkohol mehr verkaufen. Wenn ich wirklich saufen will, wird mich diese Geste nicht daran hindern, mir irgendwo was zu besorgen – aber beim Kurzschluss wird der Weg weiter – ich muss nicht nur in den Aufzug steigen und vielleicht reicht der Weg von fünf Minuten bis zum ReWe ja, um wieder zu Verstand zu kommen. Um viertel vor Neun kommt Fußball, dann ist der Tag überstanden. Soviel nur als Mitteilung, dass bis hierhin alles gut gegangen ist

Jetzt zum Schwierigen, weil emotionalen Teil. Liebe Sr. Marietta, ich drücke mich nicht um meine Gefühle, ich habe nur nie gelernt, sie angemessen ausdrücken zu können, weil ich es nie durfte. Aber im Moment bin ich so emotional wie noch nie in meinem Leben. Volker ist seit sechs Jahren mein BeWo-Betreuer, er kennt mich wahrscheinlich besser als jeder andere Mensch und er ist für mich inzwischen viel mehr als ein Betreuer, er ist ein Freund. Wir waren (wie de Eefler Bur sacht zusammen im Heu, sprich wir haben schonmal zusammen Heu gemacht) Mit Rüdiger bin ich seit über zwanzig Jahren befreundet, er war immer da, aber genauso war ich immer da, wenn er seine Krisen hatte und mich brauchte. Eine Männerfreundschaft halt. Klaus kenne ich nicht solange, aber habe ihn sehr schätzen gelernt. Er ist mit Sicherheit kein Sozialarbeiter oder Psychologe, erst recht kein Diplomat. Aber er hat gesunden Menschenverstand, er ist offen und authentisch.

Die drei Gespräche heute haben mich zu einer Entscheidung gebracht. Ich habe bewusst geschrieben, ich bin in meine Wohnung gekommen. Es ist eine tolle Wohnung in bester Lage und zu diesem Preis werde ich nie wieder etwas vergleichbares finden. In dieser Wohnung war ich glücklich, vor allem, wenn Mira, Kathrin oder Nelly hier waren. Jetzt wird es hart.

Ja, das hier ist meine Wohnung, aber es ist nicht mein Zuhause. Ich bin noch nie mit solcher Beklemmung zurück gekommen wie heute.

Mein Zu Hause ist da wo meine Mama war, egal wie sehr ich mich gegen ihre Fragen “wann kommst Du nach Hause” gewehrt habe.

Zum Thema meine aktuelle Lieblingsband

Volker bearbeitet mich seit zehn Tagen, über andere Wohnformen nachzudenken. Klaus brachte die Diskussion auf seine Art heute Mittag auf den Punkt: “Wenn Du das nicht änderst sitzen wir in vier Wochen wieder genauso hier.”

Nicht Sartre, nicht Heidegger, nur Brüder Grimm “Komm mit uns, sagte der Hahn, etwas besseres als den Tod finden wir überall.”

Bei all dem Scheiß, den ich hier aufgehäuft habe, gibt es zwei Dinge, die ich überall mit hinnehmen werde. Das ist der:

 

und der silberne Lamy, den mein Papa mir gegeben hat, um meine Abi-Arbeiten zu schreiben.

Zu diesem Thema noch eins

Ihr hört von mir. Das ist eine Drohung.

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Was nicht passieren sollte…

wenn ich morgen nach Hause und in Kontakt mit der zweiten meiner Welten komme:

Die Scham ist da und mit der Scham muss ich leben.

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