Zum 1. Advent: die ganze Wahrheit über…

…Rudolph, das rotnasige Rentier.

Dafür hätte ich den Pulitzer-Preis für investigativen Journalismus verdient! Durch unermüdliche Recherche bin ich in den Besitz eines brisanten Dokumentes gelangt, dass die ganze Wahrheit über Rudolph, das rotnasige Rentier enthüllt. Aber lesen Sie selbst:

Nach einem Abhörprotokoll der NSA (News-Agency for Animals)

Rudolph ChristmasAlles fing ganz harmlos an. An einem sonnigen Herbstmorgen fragte mich mein alter Kumpel Emil, der Elch, ob ich am Abend nicht einmal mit zu einer Elch-Party kommen möchte. Das muss man den Elchen ja lassen: wenn sie auch sonst nicht für viel zu gebrauchen sind, wie man Party macht, wissen sie. Geile Mucke, viel getanzt und gelacht und die vergorenen Früchte waren zuckersüß. gingen ins Blut und ließen mich leicht und unbeschwert werden.

Ich war auf den Geschmack gekommen. Von da an ließ ich keine Elchparty mehr aus, ja ich fieberte ihnen regelrecht entgegen. Schon bald reichten mir die gelegentlichen Parties nicht mehr. Ich suchte die Nähe der Menschen, wühlte in Mülleimern nach Früchten und fand heraus, dass es das Zeugs, was mir so gut schmeckte, auch in konzentrierter Form in Flaschen gab. Für die Lappen machte ich mich zum Kasper: die hatten Spaß daran, mich durch die Gegend torkeln zu sehen un gaben mir regelmäßig zu trinken.

Bald brauchte ich das Zeug. Ich war den ganzen Tag unterwegs, um an Alkohol zu kommen. Das ständige Saufen hinterließ seine Spuren: schon bald bekam ich die rote Säufernase, die mich berühmt machen sollte. Die anderen Rentiere hänselten mich, spotteten und lachten mich aus. Da erfand ich die Geschichte mit dem Nikolaus und seinem Schlitten und Weihnachten. Mein ‘Glück, dass die Giraffen so publikumsscheu sind und nicht widersprachen. Vielleicht waren sie sogar froh darüber, dass jetzt keine Safaries mehr im sonnigen Sansibar, wohin der Nikolaus seine Residenz verlegt hatte, nach dem Weihnachtsmann und seinem acht-köpfigen Giraffengespann suchten.

Jedenfalls erzählte ich das Märchen, dass ich meine rote Nase gleichsam als Signallampe bräuchte, wenn ich am heiligen Abend den Schlitten des Weihnachtmanns zöge, so oft, dass ich letztlich selbst daran glaubte. Ich musste nur einen Tag im Jahr von der Bildfläche verschwinden; die übrigen 364 Tage wurde ich in Ruhe gelassen, ja schon fast mit Hochachtung behandelt.

Dann bin ich einmal in der Karwoche zu den Osterelefanten rüber mit der Ausrede, nachschauen zu wollen, wie weit die mit dem Eierfärben sind. In Wahrheit hatte ich die Hoffnung, etwas von dem berühmten Osterfanten-Eierlikör abstauben zu können. Ich war aber schon so knülle, dass ich bei denen durch’s Lager torkelte und palettenweise die rohen Eier zertrampelte. Da hörte für Oskar, den Ober-Osterfanten der Spaß auf: er stellte mich vor die Alternative: entweder Rapport bei der Chefin (und ihr wisst ja, wie streng die sein kann), oder zu den AAA (Alcoholics Anonymous Animals).

Ihr habt mir dann die Augen geöffnet. Ich konnte einsehen, dass ich krank war und das war der erste Schritte zum trocken werden. Heute kann ich sagen, dass ich schon viele 24 Stunden nicht mehr getrunken oder verbotene Früchte gefressen habe. Das Märchen, dass ich in die Welt gesetzt habe, hält sich aber immer noch hartnäckig: jedes Jahr an Weihnachten halten die Menschen Ausschau nach einem rotnasigen Rentier, dass den Schlitten vom Weihnachtsmann zieht.

Danke für’s Zuhören!

Ich heiße Rudolph, ich bin ein Alkoholiktier

 

 

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